Wir begrüßen Sie auf der Homepage der Mittelschule Fürth, Kiderlinstraße. Sie können sich über unsere Schule, die hier Unterrichtenden und Lernenden, den Unterricht, unser Ganztagsangebot (gebunden und offen) und über unser vielfältiges Schulleben informieren.

SoR LogoWolfgang Brunner
Rektor

Auf den Spuren ...

Auf den Spuren jüdischen Lebens in Fürth

Im Rahmen unserer Projekttage im Juli befassten wir uns intensiver mit der Zeit des Nationalsozialismus. So besuchten die 8. Klassen am Montag; 16.07. das ehemalige KZ Flossenbürg und am Mittwoch das Dokuzentrum in Nürnberg.

Auf die Spuren jüdischen Lebens in Fürth begab sich unsere Klasse 8 dM am Dienstag. Unsere Führung begann in der Schindelgasse 18, wo 1737 eine Druckerei gegründet wurde, die Texte in hebräischer Sprache und in hebräischen Schriftzeichen druckte. So wurde zum Beispiel ein Kalender gedruckt, in dem alle christlichen und jüdischen Feiertage nachzulesen waren. Das war für die jüdischen Händler wichtig, wussten sie somit, wann christliche Feiertage und christliche Geschäfte geschlossen waren. In dieser Straße sahen wir auch ein ehemals jüdisches Wohnhaus. Woran das zu erkennen war? An der Hauswand entdeckten wir noch die Spuren einer Mesusa, einer Gebetskapsel, die vor jedem jüdischen Haus angebracht wurde.

Unsere Führung brachte uns auch in die Hallemannstraße, wo 1763 das erste Waisenhaus für elternlose jüdische Kinder gegründet wurde. Dieses Waisenhaus bestand noch bis ins Jahr 1942, als es dann von den Nazis geschlossen wurde. Der damalige Leiter Isaak Hallemann, seine Ehefrau und 33 Waisenkinder wurden deportiert und von den Nazis ermordet.

Ein beeindruckender Ort war für uns der jüdische Friedhof, der normalerweise nicht für die Öffentlichkeit zugänglich ist. (Nur eine kleine Katze war außer uns dort.) Er liegt im Westen der Altstadt. Die Grabsteine sind sehr einfach gehalten und Richtung Osten ausgerichtet. Um die Totenruhe nicht zu stören, dürfen jüdische Gräber nicht bepflanzt und auch nicht mehrfach belegt werden. Ein Grabstein stach allerdings hervor, nämlich der von Wilhelm Königswarter. Ein wichtiger jüdischer Bankier, der Geld für jüdische und auch christliche arme Mitbürger spendete.

Viele jüdische Bürger engagierten sich für ihre Stadt und stifteten Geld für wohltätige Zwecke oder auch Bauten, wie z. B. der Centaurenbrunnen am Hauptbahnhof. Der wurde 1890 erbaut und von zwei jüdischen Mitbürgern finanziert.

Wir machten auch einen Abstecher zur früheren Synagoge, auch Schul genannt. Sie wurde erbaut im Jahr 1617 und von den Nazis in der Reichspogromnacht (9. November 1938) in Brand gesteckt. Heute ist davon nichts mehr zu sehen. Es stehen dort neue, gepflegte Wohnhäuser. Nur noch ein Denkmal in der Geleitgasse erinnert an den einst prächtigen Gebets- und Versammlungsort.

Im Gabrielshof erfuhren wir, dass es da eine private Synagoge gab, in der Blumenstraße wurde 1806 die erste Realschule für jüdische Schüler gebaut. Ein prominenter Schüler war Henry Kissinger, der frühere amerikanische Außenminister. Heute ist dort das Gemeindezentrum der israelitischen Kultusgemeinde untergebracht. Die Gemeinde zählt heute, nachdem sie von den Nazis völlig ausgelöscht wurde, wieder 280 Mitglieder.

Natürlich gäbe es noch mehr über jüdische Spuren in Fürth zu berichten. Zu finden sind sie überall, vor allem in der Altstadt. Durch diesen Rundgang wurde uns bewusst, in welchem Maße unsere Stadt von jüdischen Bürgern gefördert und geprägt wurde. Diese Führung war toll und wir würden sie jedem Fürther empfehlen.

Klasse 8 dM

Was steht an?

29 Okt
Herbstferien
29.10.2018 - 02.11.2018
29 Nov
1. Elternsprechabend
29.11.2018 18:00 - 20:00

esf420